4er Bob WM – Premiere mit unglaublicher Zuschauerkulisse

Timo Rohner
Timo Rohner

Saisonabschluss und gleichzeitig Premiere: Unsere erste Teilnahme mit dem Vierer an einer IBSF Weltmeisterschaft. Und dies vor einer Bob begeisterten Zuschauermasse wie es sie nur hier in Altenberg gibt.

Für die meisten der Schweizer Teams war die Teilnahme an einer IBSF Weltmeisterschaft die erste. Für mich als Piloten bereits die zweite, im 4er Bob jedoch auch die erste. Zur letzten WM in Whistler (USA) gab es jedoch einen grossen Unterschied zu dieser WM hier in Altenberg. 

Altenberg – ein Bobspektakel

In Altenberg hat der Bobsport einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung – er wird richtig gelebt. So ist es auch nicht erstaunlich, dass bei Weltcup Rennen und Grossanlässen wie dieser Weltmeisterschaft, die Zuschauer in Scharen zum Eiskanal pilgern und die Teams lauthals unterstützen. Noch extremer wird es, wenn gleich drei Piloten vom heimischen Bob Club am Start sind. Zusammen mit Maruan bin ich bereits eine Woche vor den Viererrennen nach Altenberg gereist. So konnten wir am Sonntag den 3. und 4. Lauf der Männer im 2er Bob live mitverfolgen. Natürlich wären wir lieber selbst am Start gewesen. Doch an diesem Anlass Zuschauer zu sein, war sehr eindrücklich und emotional. Die Stimmung an der Bahn war überwältigend. Ein grosses Bobfest – dies einmal zu erleben, lohnt sich auf jeden Fall. 

Die Vorbereitungswoche

Roger war bereits schon vor uns in Altenberg. Als Ersatzmann beim Bobteam Friedli für die 2er Rennen. Am Montag reiste auch Joel mit Flugzeug und Zug an. Damit wir auf der Bahn trainieren konnten, haben wir vom Bobteam Moulinier Quentin als Ersatzmann ausgemietet, da Adrian ja leider verletzt war. Das Bahntraining am Dienstag startete für uns gut. Wir waren im vorderen Teil des Feldes und da ist die Bahn noch schnell. In Altenberg hatten wir bei anderen Gelegenheiten bereits gute Resultate, meist im 2er Bob. Vor dieser WM haben wir auf dieser Bahn mit dem Vierer erst sieben Fahrten absolviert. Die Teams, welche die Woche vorher schon Zweier gefahren sind, kannten die aktuellen Bahnverhältnisse bereits sehr gut. Wir hätten die ersten Trainingsfahrten auch im 2er Bob machen können, um uns an die Bahn zu gewöhnen, doch in der Rennvorbereitung haben wir nur sechs Trainingsfahrten zur Verfügung. Also entschied ich mich dafür, direkt mit dem Vierer zu starten. Wir waren alle sehr nervös (ich glaube meine Mannschaft noch etwas mehr als ich). Als dann zwei andere Teams zuerst mit dem Zweier gefahren sind, machte es dies nicht besser. Ich habe die Trainings bereits mehr als eine Woche im voraus geplant und war gut darauf vorbereitet. So hat dann doch alles bestens funktioniert. Das ganze war eine sehr spezielle und emotionale Erfahrung, welche ich nicht missen möchte, denn davon kann ich in Zukunft sehr profitieren. Der Eiskanal von Altenberg ist sehr anspruchsvoll. Im Laufe der Saison hatte ich die Bahn meist besser im Griff als hier in den ersten Trainings. Vorallem die Kurve Omega bereitete mir Sorgen. Hier ist es sehr wichtig, ohne Schlag hinauszufahren, um genügend Geschwindigkeit mitzunehmen. Von den sechs Trainingsläufen habe ich dies nur einmal geschafft. Bereits bei den Trainings waren sehr viele Zuschauer vor Ort. Ein Gefühl, als ob jeder Lauf ein Ernstkampf sei. Für uns als WM-Rookie war es nicht so einfach, realistische Ziele für das Rennen zu setzen und zu spüren, was für uns in diesem starken internationalen Feld überhaupt möglich ist . 

Es gilt ernst: Unsere erste 4er Bob Weltmeisterschaft

Ich habe mir für das Rennen mit 23 startenden Teams dennoch Ziele gesetzt: Alle vier Läufe zu fahren, also nach dem 3. Lauf unter den Top 20 zu sein, und beim Schlussrang die Position 15 zu erreichen. Nach dem ersten Lauf lagen wir auf dem 19. Rang. Es waren die Weltmeisterschaften mit den besten Bobteams der Welt am Start. Als junger Pilot mit einem jungen Team hier ganz vorne mitzumischen ist fast unmöglich. Bereits am Start waren die Top Teams unglaublich schnell. Der Startrekord wurde gleich mehrfach verbessert. Da konnten wir nicht mithalten. Den Startplatz für diese WM haben wir uns durch eine starke Saison verdient, welche auch ihre Attribute forderte – wie das bereits erwähnte Verletzungspech. So war es denn für uns sehr wichtig, viele Erfahrungen zu sammeln und den Wettkampf und das Drumherum – über die zwei Wettkampftage mit rund 25'000 Zuschauern – zu geniessen. So etwas haben wir an einer Bobbahn noch nie erlebt. Apropos Erfahrung: beim dritten Lauf stürzten zwei Schlitten vor uns, beim vierten Lauf sogar der Schlitten direkt vor uns. Die durch die Stürze verursachten Unterbrüche machten es nicht einfach den eigenen Ablauf durchzuspielen und konzentriert zu bleiben. Es ist uns dennoch gelungen und wir konnten uns über die Läufe noch drei Plätze, auf den 16. Schlussrang, vorarbeiten. Mein Ziel also (fast) erreicht.

4er Bob IBSF Weltmeisterschaften Altenberg
Samstag, 29. Februar 2020; Lauf 1+2
Sonntag, 1. März 2020; Lauf 3+4
Rang 16, Timo Rohner, Roger Leimgruber, Joel Fearon, Maruan Giumma

Eine weitere Saison ist zu Ende

Nach dem Rennen haben wir zusammen mit vielen weiteren Bobsportlern den letzten Abend der Saison 2019/2020 ausklingen lassen und das nochmals so richtig genossen. Für uns Rohner Bulls hatte die Saison sehr viele tolle und gute Momente bereit, genauso wie Herausforderungen an denen wir noch zu arbeiten haben und wachsen können. Aus unserer ersten ganzen 4er Bob Saison gehen wir gestärkt hervor und schauen positiv nach vorne!

Die nächste Saison kommt bestimmt!

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