IBSF Junioren Weltmeisterschaft: Der Saisonhöhepunkt!

Timo Rohner
Timo Rohner

Chinesen und Australier, ein deutscher Grossaufmarsch, unglaublich motivierte Rohner Bulls Fans und zwei grossartige, weltmeisterliche Renntage gespickt mit den unterschiedlichsten Emotionen. So kann man unseren ersten Auftritt an einer Bob Weltmeisterschaft grob zusammenfassen. Aber eben nur grob.

Fangen wir von vorne an. Bereits am Montag, 22. Januar sind wir, also Adrian Fässler, Roger Leimgruber, Cyrill Bieri und ich in St. Moritz eingetroffen. Cyrill Bieri vom Bob A-Team verstärkt unser Team seit der Schweizer Meisterschaft als Bremser im Viererbob. Mit den offiziellen Trainings zur Weltmeisterschaft ging es am Dienstag los. Mit dabei in der Schweizer Junioren-Delegation der Männer waren auch Team Vogt und Team Follador. Am Vormittag haben wir jeweils unsere Athletik trainiert und ab 13 Uhr dann das Fahren auf dem Olympia Bob Run. Das Swiss Sliding Trainerteam um Junioren-Cheftrainer Christoph Langen hat uns dabei täglich unterstützt.

Ausprobieren, studieren und entscheiden

Bereits in der Vorbereitung zur Junioren Weltmeisterschaft habe ich zusammen mit dem Schweizer Bobverband und Christoph Langen entschieden, im Zweierbob auch in der Kategorie U23 zu starten dies mit Alain Knuser vom Bobteam Bracher. Bei den Junioren Weltmeisterschaften gibt es je eine Wertung für U26 und U23. Da meine Bulls-Kollegen alle bereits älter als 23 sind, war dies die optimale Lösung. Eine neue Konstellation und eine neue Erfahrung zum Saisonabschluss also. Auch im Vierer gab es beinhahe noch eine Veränderung. Uns wurde ein Schlitten von der gleichen Bauweise wie der Weltcup-Bob von Rico Peter zur Verfügung gestellt. Während dem Testen am Mittwoch mussten wir feststellen, dass die Angewöhnung an das neue Material nicht so einfach ist. Deshalb haben wir entschieden, am Sonntag mit unserem vertrauten Viererbob zu starten.

Eine kunterbunte Bobwelt

Richtig spannend war unsere erste Teilnahme an einer Weltmeisterschaft auch wegen dem internationalen Starterfeld. Chinesen, Russen, Italiener, Österreicher, Tschechen, Polen, Rumänen, Letten, Amerikaner und sogar Australier waren vor Ort. Und dann noch die Deutschen – bei den Männern gleich mit fünf Teams am Start und einer Armee von Betreuern, welche an den Renntagen mit ihren gelben Deutsche-Post-Jacken so richtig herausgestochen sind. Doch nur optisch. Punkto Anfeuern waren es dann doch die Schweizer Fans, allen voran die Rohner Bulls Fans, welche mit ihren Kuhglocken und dem Anfeuerungsgebrüll für die ganz grosse Stimmung sorgten. Hier schon mal ein riesen DANKESCHÖN an unsere Fans! Das hat gut getan. Doch blicken wir jetzt auf die Rennen zurück.

Samstag, 27.1.2018: Das Zweierbob-Rennen

Mein Ziel vor dem Rennen war eine Platzierung in den Top 6 der U23-Wertung. Uns wurde die Startnummer 4 zugelost, was auf der Naturbahn von St. Moritz, im Gegensatz zu höheren Nummern, nicht so ideal ist, da das Eis im Laufe des Rennens meist schneller wird. Leider haben wir dann auch den Start etwas verpatzt. Die Fahrt selber und der gut laufende Schlitten haben uns für den zweiten Lauf nochmals motiviert. Alain und ich wollten unbedingt eine Schippe drauflegen. Entsprechend motiviert sind wir dann gestartet. Alles fühlte sich super an, unser Spurt und der Einstieg. Doch dann fuhren wir gleich zu beginn rechts an die Wand und verloren den ganzen Schwung wieder. Wie das passieren konnte? Ich kann es nicht erklären, es ging so schnell. Auch in der Bahn konnte ich den Zeitverlust nicht mehr kompensieren und so verloren wir gar noch einige Ränge. Schlussendlich landeten wir in der U26-Wertung auf Rang 19 und in der U23-Wertung auf Rang 9. Spass gemacht hat es uns trotzdem, auch dank den Fans, und es sollte ja noch das Rennen im Viererbob folgen.

Sonntag, 28.1.2018: Das Viererbob-Rennen

Nach dem Zweierrennen haben wir uns sofort dem Rennen in der Bob-Königsdisziplin, dem Viererbob, gewidmet. Mit dem super eingespielten Team und dem vertrauten Material wollten wir unbedingt eine tolle Leistung bringen. Als Amateur-Team starten wir, wie übrigens auch im Zweierbob, auch gegen Profi-Juniorenteams, welche teilweise bereits schon im Weltcup gestartet sind. Ist doch eine tolle Challenge! Wir haben die Startnummer 1 zugelost bekommen … wieder nicht ideal, doch die Rohner Bulls lieben solche Herausforderungen. Nach dem ersten Lauf lagen wir nur knapp hinter unserer vergleichbaren Konkurrenz. Mit einem um sechs Hundertstel schnelleren Start als im ersten Lauf und der 10.-schnellsten Fahrt im zweiten Lauf konnten wir ganze drei Ränge gut machen und beendeten die Viererbob Junioren Weltmeisterschaft U26 auf dem 11. Rang. Wir sind zufrieden!

Danke, danke, danke!

Mit dem Start an der Weltmeisterschaft haben wir einen wunderbaren Saisonabschluss im Eiskanal erlebt. Es hat uns riesig Spass gemacht und wir haben wieder einiges dazugelernt für die nächste Saison. Besten Dank Swiss Sliding für den Support. Danke an Florian Wolf für deine Unterstützung als Mechaniker und Motivator. Auch Dir Florian Achermann danke für deinen Support am Sonntag und Dir Gian Wälchli für die motivierenden WhatsApp-Meldungen. Einen stierischen Dank all unseren Sponsoren und Gönnern. Und selbstverständlich allen Rohner Bulls Fans für die Power von der Tribüne und euch Fans zu Hause für das Daumen drücken.

So geht's jetzt weiter

Die Saison im Eiskanal ist beendet. Ich konzentriere mich jetzt wieder auf meine Ausbildung und den Lehrabschluss als Zimmermann. Selbstverständlich wird auch die aktuelle Saison nochmals analysiert und die ersten Vorbereitungen für die kommende Saison in Angriff genommen. Bevor wir die Saison 2017/2018 ganz abschliessen, feiern wir diese noch mit unseren Sponsoren, Gönnern und Saison-Fans an unserer Abschluss-Party am Sonntag, 8. April in Hünenberg. Die Einladung folgt!